Rinderarbeit

Mit zu den attraktivsten Disziplinen des Westernreitens gehört die Rinderklasse Cutting. Hier wird ein Pferd benötigt, das auf feinste Hilfengebung reagiert und in Reining ausgebildet ist. Auch hier gehören Rittigkeit, Nervenstärke und Gehorsam zu den Haupteigenschaften. Das Cutting (von to cut = abschneiden) entspricht am ehesten der landläufigen Vorstellung von der Cowboyarbeit.
Bei dieser Disziplin hat der Reiter zweieinhalb Minuten Zeit, in eine Herde hineinzureiten, sich ein Rind auszusuchen und es dann von der Herde abzutrennen (to cut = schneiden). Hier demonstrieren die Pferde katzenhafte Bewegungen und besonders athletische Leistungen, um das Rind am Zurücklaufen zur Herde zu hindern. Jeder Reiter muß in der vorgeschriebenen Zeit mindestens zwei Rinder arbeiten. Bei der Arbeit darf der Reiter dem Pferd keine Hilfen geben. Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der sogenannte Cow Sense angeboren - also der Instinkt, ein Rind lesen zu können: das Pferd muß Bruchteile einer Sekunde vorher wissen, was das Rind tun wird, um jederzeit im Vorteil zu bleiben. Die Vorstellung eines gut arbeitenden Cuttingpferdes vergißt man so schnell nicht wieder: Die Zuschauer erraten sehr schnell, warum sich der Reiter beim Cutting mit einer Hand am Sattelhorn festhalten muß.